Wenn Komiker Informatiker wären, würden sie sich vielleicht manchmal wünschen, ihre Witze wären Transaktionen. Wenn die Pointe nix ist, sollte auch der Witz überhaupt nicht erzählt worden sein.
Aber wenn das beides so wäre, würde sich das ganze Thema wohl recht schnell in Luft auflösen. Als Beweis nehme ich diesen Eintrag.
Numbercruncher - 9. Aug, 11:08
Ein Gedanke geht erst dann in Fleisch und Blut über, wenn man den richtigen "Fokus" dafür hat. Manchen Menschen reicht ihr eigener Wille als Fokus, und eigentlich beanspruche ich auch für mich, einen solch starken Willen zu haben. Für andere Menschen und für andere Gedanken ist jedoch ein äußerer Einfluss wichtig. Ob es ein Martin Luther King für die Rechte einer Volksgruppe ist, eine Fußballmannschaft für ein Gefühl der Solidarität mit seinen Mitmenschen oder ein geliebter Mensch für die eigene innerste Gedankenwelt - je spezieller und persönlicher der Gedanke ist, desto spezieller und persönlicher muss auch der Fokus sein; je weitläufiger der Gedanke ist und je mehr Menschen davon beeinflusst werden, desto mehr Präsenz muss der Fokus im täglichen Leben zeigen.
Manchmal bemerkt man erst nach einer solchen Inspiration, dass man seinen eigenen Gedanken vorher nicht wirklich verstanden hat. Und so sollte es vielleicht auch der introvertierste Mensch einmal einsehen, dass er nur mit sich nicht immer auskommen kann. Seine Gedanken sortiert man am besten, indem man sie zuerst ausbreitet.
[Meine Güte, ich glaub ich muss eine Sekte gründen ;-)]
Numbercruncher - 25. Mai, 21:09
Pauschale Aussagen sind niemals angebracht - oder ist das zu pauschal gesagt?
Numbercruncher - 6. Jan, 13:43
Nein, ich halte mich nicht für einen Voyeur - aber ich sehe gerne Menschen in ihrem Leben zu. Vor allem in der Straßenbahn oder im Bus, wo man zu philosophischen Metaphern ja geradezu gedrängt wird. Wo kommen sie her, wo gehen sie hin, und solchen Kram.
Gerade in der Straßenbahn war nicht mehr viel los, aber einige interessante Gestalten waren da zu sehen: Das asiatische Studentenpärchen, das so wirkte als würde es jetzt um Mitternacht von der Uni kommen. Sie offensichtlich ziemlich k.o.. Die Frau, die irgendwie so wirkt als sei sie eine Prostituierte, obwohl äußerlich eigentlich überhaupt keine stereotypen Merkmale darauf hinweisen (nein, ich hatte noch nie mit einer solchen Dame einseitig berufliche Kontakte und weiß nicht wie ich auf den Gedanken komme ;-) ). Die zwei Kerle, die beide so aussehen als seien sie sehr zurückhaltend in zwischenmenschlichen Begegnungen, die sich vermutlich über ihren Job kennen und etwas bemüht aber nicht unherzlich oder abweisend miteinander reden.
Sie alle würde ich zu gerne fragen ob ich recht habe mit meinen Vermutungen. Die beiden Asiaten auf einen Tee einladen und mich mit ihnen unterhalten. Wie werden sie hier auf der anderen Seite der Erde empfangen? Bekommen sie viel Ignoranz, Berührungsängste oder sogar Ablehnung zu spüren? Die beiden zurückhaltenden Kerle irgendwie ermutigen aus ihrer Bekanntschaft eine Freundschaft werden zu lassen, da sie so wirken als ob sie sich gut verstehen würden und als ob eine Freundschaft zwischen ihnen vielleicht sogar ein Leben lang halten könnte.
Manchmal habe ich das Gefühl ich müsste mehr Positives in das Leben anderer bringen, einfach weil ich denke, dass ich das könnte und daher auch eine gewisse "Verantwortung" habe das auch zu nutzen. Andererseits will ich niemandem ins Leben reden, erst recht niemandem, den ich nicht mal kenne. Vielleicht geht ja ohne mein Eingreifen alles einen besseren Weg? Ich will auch nicht so tun als könnte oder wollte ich Gott spielen und als hätte ich die Weisheit und das Recht in Schicksale einzugreifen.
Außerdem bringe ich ganz einfach und glanzlos nicht den Mut dazu auf jemanden einfach so anzusprechen und ihn zu bitten mir etwas über sein Leben zu erzählen.
Numbercruncher - 14. Dez, 00:22
.. das Fest der Liebe naht ;-)
Das Wort "Kommerz" will ich jetzt gar nicht breitlatschen, aber irgendwie fällt mir doch auf, dass der Anti-Kommerz kleine Rückschritte zu machen scheint: Viele Leute (die sich eigentlich in ihrem Bekannten-/Verwandtenkreis auf "nöx schenken" geeinigt hatten) kaufen Geschenke nur deshalb weil sie sich doch nicht so sicher sind ob die anderen nicht doch was haben. Man will ja nicht mit leeren Händen und roten Bäckchen dastehen wenn das Gegenüber einem mit von weihnachtlichem Glanz erfülltem Strahlen ein ebenso glänzendes Präsent überreicht. Und hat der andere das Geschenk nur aus demselben Grund gekauft?
Weihnachten mit dem Kalten Krieg zu assoziieren erscheint mir irgendwie ketzerisch, aber der Vergleich drängt sich gerade ein ganz klein wenig auf .. ;-)
Numbercruncher - 19. Nov, 21:07
Abends im Schnee nach Hause gehen. Nur wenige Menschen auf den Straßen, es ist kalt. Die Spuren im Schnee ansehen, die sich dunkel im scheinenden Weiß abheben. Den Geschichten lauschen, die Schnee und Spuren erzählen.
Geschichten von spielenden Kindern, von querfeldein fahrenden Rädern, von leise tappenden Katzen, von vielen Füßen, die im Laufe des Tages ein Stück meines Weges teilten.
Der Sommer lebt Geschichten, der Winter erzählt sie.
Numbercruncher - 16. Nov, 01:17
... und da fällt mir auch schon was ein. Eine Frage. Eine, die mich vor Jahren beschäftigt hat und doch immer noch prägt. Sie lautet (aber nicht lachen):
"Ist da wer, der uns beobachtet?"
Vor einigen Jahren hab ich mich gefragt, ob irgendwelche Außerirdischen uns beobachten und unser Handeln beurteilen. Ähnliche Fragen haben sich bestimmt Viele gestellt - egal ob sie jetzt kleine grüne Männchen befürchten, die uns für primitiv halten und mit ihrem Mega-Laserstrahl ankommen um uns einfach mal zu zertreten, oder ob man sich jetzt einen Gott (oder gar mehrere) vorstellt, der uns wegen unserer Sünden und Maßlosigkeit nonchalant ausräuchert.
Man merkt: Ich sehe dieses Beobachtet-Werden als etwas Negatives. Das liegt wohl irgendwo in der Kindheit begraben, als Erfahrungen, die sich so einigermaßen als "Beobachten ist die Vorstufe zum Angriff" beschreiben lassen sofern man das gerne prägnant hätte. Jedenfalls sehe ich das Stellen dieser Frage für mich persönlich als einen Hauptgrund für eine gewisse Passivität im Leben, eine Art Furcht davor zu fest im Leben zu stehen und einfach mal etwas zu tun. Denn irgendwer guckt zu und beurteilt - oder verurteilt?
Und ist es dann nicht etwas zu Unbedeutendes wenn man wie alle anderen im Sommer in jeder kleinen Pfütze eine Gelegenheit zum Baden sieht? Was finden die kleinen Erdlinge nur so toll am Tanzen? Was für eine Bedeutung für das Universum hat ein Streit zwischen Nachbarn weil die Zweige vom Apfelbaum über den Zaun hängen? Von oben betrachtet sieht alles unbedeutend und lächerlich aus - selbst wenn man sich nur vorstellt wie man es von oben sehen könnte.
Hat man diese Denkweise erst einmal, fällt es oft schwer an den Kleinigkeiten des Lebens Freude zu finden. Im Gegenzug erkennt man wiederum andere Dinge des Lebens - denn man lernt wahrzunehmen anstatt seine Umgebung mit der eigenen Präsenz zu überfluten. Und ich beobachte gerne - und lerne.
[Notiz an mich selbst: Dualismen - nimmt man den einen Teil, wächst der andere automatisch an, und umgekehrt. Müsste man mal was drüber schreiben ;-)]
[Mini-Disclaimer: Das soll jetzt nicht heißen, dass das Thema hier ein Leitmotiv werden soll oder dass die ganze Seite so pseudo-depri werden soll ;-) - ist mir nur gerade eingefallen. Ich glaub ich will kein festes Motiv, ich schreib einfach was mir so im Kopf rumgeht. Ich hoffe das Augenzwinkern kommt nicht zu kurz hehe]
Numbercruncher - 14. Nov, 13:34
Na dann gucken wir doch mal ob uns irgendwann was Kreatives einfällt .. ;-)
[*am Design rumbastel* .. jetzt hab ich mich schon mit nem Titelbild verkünstelt, aber ich frag mich wieso Firefox die geänderten Farben nicht anzeigen will. *Reloadorgie*]
Numbercruncher - 14. Nov, 01:47